Der Große Krieg in Ampezzo

 
 

Am 23 Mai 1915 erklärte das Königreich Italien dem österreichisch-ungarischen Kaiserreich den Krieg. Das italienische Heer besetzte Cortina und unterbrach damit eine vierhundert Jahre lange Zugehörigkeit zum habsburgischen Reich.

Die österreichisch-ungarischen Truppen zogen sich auf den Lagazuoi zurück, um von dort das Abteital und das Pustertal zu verteidigen. Zu diesem Zweck wurden von beiden gegnerischen Heeren Lauf- und Schützengräben realisiert, die sich über die Gebirgskämme schlängelten.

Ab diesem Zeitpunkt wurden die Berge des Gebiets Lagazuoi - 5 Torri der Austragungsort eines unerbittlichen Hochgebirgs-Krieges.

Dank der Zusammenarbeit der Länder, die sich einst bewaffnet gegenüberstanden, sind heute die italienischen und österreichisch-ungarischen Stellungen auf den Bergen eingehend restauriert worden.

So entstand das weitläufigste Museum über den Großen Krieg, bestehend aus den drei Freilichtmuseen von Lagazuoi, 5 Torri und dem Sasso di Stria sowie dem Museum in der Festung Tre Sassi.

 
 

Die Front Falzarego Lagazuoi

Der italienische Vorstoß Richtung Gadertal, Pustertal und Brenner wurde am Valparola-Pass vor den österreichischen Schützengräben aufgehalten.

Da alle darauffolgenden Attacken ergebnislos blieben, begannen beide Heere, Stollen und Höhlen in den Berg zu graben, um die gegnerischen Stellungen zu sprengen und die eigenen zu befestigen.

Die Schützengräben der beiden sich gegenüberstehenden Heere wanden sich entlang der um den Lagazuoi gelegenen Berge: Tofane, Castelletto, Großer Lagazuoi (Grande Lagazuoi), Hexenstein (Sasso di Stria), Settsass, Col di Lana, Marmolata.

Im Gebiet 5 Torri und Averau erstreckte sich die zweite italienische Frontlinie mit den Artilleriestellungen und Scheinwerfern zur Beleuchtung der Lagazuoi-Wand.

Bald war beiden Heeren klar, dass die Felswände den besten Schutz vor der feindlichen Artillerie boten und so gruben sie Stollen und Höhlen und verlegten die Stellungen und Lager in das Berginnere des Piccolo Lagazuoi, der somit zu einer natürlichen Festung wurde.

Bald entdeckten sie auch den einzigen Weg zur Eroberung der feindlichen Stellungen: Die gegnerischen Befestigungsanlagen mit Stollen untergraben und Minen darin explodieren lassen.

Insgesamt wurden fünf Minenstollen gesprengt, vier österreichische gegen das Martina-Felsband und eine italienische, um die Vorkuppe des Lagazuoi zu erobern.

Die Soldaten der beiden Heere lebten bis zum 1. November 1917 in den Bergen, bis zur Schlacht von Karfreit, als das italienische Heer die Dolomitenfront aufgeben musste.